02303 'BBCO Ostschweiz' Berufsbildungscampus, Sulgen Thurgau | LARX.architecture

02303 'BBCO Ostschweiz' Berufsbildungscampus, Sulgen Thurgau



Bauherr: Stiftung BBCO
Jahr: 2023
Fläche: 10'000 m²
Kosten: 25.0 Mio CHF
Kategorie: Projektwettbewerb im offenen Verfahren, engere Wahl

Der Berufsschulcampus soll ein Ort sein, an dem Sauberkeit, Natürlichkeit, Einfachheit und Klarheit im Unterricht an erster Stelle stehen. Die architektonische Gestaltung des Schulgeländes sollte diese Werte widerspiegeln.

Die Gebäudeteile mit geringer Grundfläche und geringem Volumen sind Einheiten, die jeweils aus drei oberirdischen Geschossen bestehen. Die Gebäudeteile bilden zusammen mit den überdachten Verbindungen Innenhöfe, die das Innenleben der Schule beleben. Um die Einbindung in das bestehende Stadtgefüge zu gewährleisten, sind die Gebäude entlang der Auwiesenstraße niedriger und die Fassaden zur Auholzstrasse hin kurz und zurückhaltend. Die Positionierung des Eingangs fördert eine enge Beziehung zu der vis-à-vis gelegenen Malerfachschule.

Die vier Unterrichtsgebäude gruppieren sich um einen zentralen Gemeinschaftsbereich mit Mensa und Mehrzwecksaal. Der Mehrzwecksaal kann auch als Aufenthaltsraum genutzt werden. Die Aussenbereiche zwischen den Gebäuden dienen als öffentliche Plätze und unbeheizte Aufenthaltsbereiche und werden intensiv genutzt. Vertikale Erschliessungswege innerhalb der einzelnen Gebäudeteile verbinden die Tiefgarage mit den mit den Unterrichtsgebäuden und ermöglichen ein effizientes Fluchtwegkonzept. Verkehrswege und Fussgängerwege sind klar voneinander getrennt.

Der Campus wird von Schlichtheit und Naturnähe geprägt sein. Die großen Fenster sorgen für grosszügiges Tageslicht sowie für eine kontrollierte, bedarfsgerechte, natürliche Frischluftzufuhr für das mechanische Belüftungssystem, das auch die natürliche Kühlung in der Nacht fördert. Motorisierte vertikale Markisen steuern das Eindringen von Sonnenlicht und Wärme und bieten gleichzeitig Ausblicke nach draussen.

Die kompakte Kubatur, die bewusst reduzierte Gesamtfläche der beheizten Gemeinschafts- und Aufenthaltsräume, die Wahl der Materialien, die einfache architektonische und bauliche Gestaltung sowie das Energiekonzept dienen der Nachhaltigkeit. Die Wärmeerzeugung erfolgt über Erdwärmesonden, die Beheizung über eine Fussbodenheizung im schallgedämmten Estrich. Im Sommer wird das Gebäude durch Freecooling über die Rohre der Fussbodenheizung oder abgehängte Kühldecken gekühlt. Die Photovoltaikanlage auf dem Flachdach wird einen Teil des Stromverbrauchs decken.

Die Qualität der Räume wird durch geordnete Flexibilität bestimmt: die grosszügige Belichtung, die Neutralität der Fassadengestaltung, die Möglichkeit der einfachen Anpassung an die HLK-Anforderungen der Werkstätten und die Erweiterbarkeit in der geplanten architektonischen Struktur.

Die Gestaltung der Umgebung unterstreicht die räumliche Struktur mit Fussgängerwegen aus Pflastersteinen, Grünflächen, Bäumen, Blumen und Sträuchern. Die Zufahrten werden geteert und die Parkplätze mit Rasengittersteinen ausgelegt. Die Aussengestaltung wird die Qualität der öffentlichen Räume, die Integration in die gebaute Umwelt und eine direkte Beziehung zur Natur betonen.